Solar-Bürger-Genossenschaft die unabhängige Freiburger Energie-Genossenschaft

Blockheizkraftwerke 

der Solar-Bürger-Genossenschaft

Ein großes Thema beim Klimaschutz ist die Wärmeversorgung. Dabei gibt es genügend Wärme. Nur am falschen Ort. Denn die großen Kohle- und Atomkraftwerke, von denen ein großer Anteil unseres Stroms hergestellt wird, erzeugen weit mehr Wärme als Strom. Da sie diese nicht nutzen können, geben sie sie an die Umwelt ab.

Blockheizkraftwerke (BHKW) tragen aktiv zum Umwelt- und Klimaschutz bei. Sie sind kompakt, haben in den meisten Heizungskellern Platz und sind eine einfache und günstige Lösung, um die Energieeffizienz und damit auch den Energiepass eines Gebäudes auf einen aktuellen Stand zu bringen.

BHKWs sind Heizungen, die Strom erzeugen. Andersherum sind es Kraftwerke, die Strom dort erzeugen, wo die dabei anfallende Wärme genutzt werden kann.

Strom aus verbrauchsfernen Großkraftwerken heißt

  • Ressourcenverschwendung
  • Aufheizung der Umwelt durch Abwärme
  • Emission (Abgabe in die Umwelt) des Treibhausgases CO2
  • Emission des Treibhausgases Wasserdampf

Bei jeder mechanischen Stromerzeugung fällt Wärme an. Im Durchschnitt gehen so 60-70% der Energie buchstäblich in die Luft. Bei Kohlekraftwerken geschieht dies mit besonders schlechter Effizienz und unter Abgabe von weiteren gefährlichen Umweltschadstoffen und Klimagasen. Das ist peinlich und unverantwortlich.

Mit Kraft-Wärme-Kopplung und Blockheizkraftwerken wird schon seit über 100 Jahren eine höhere Gesamt-Effizienz erreicht. Heute können über 90% der im Brennstoff enthaltenen Energie genutzt werden, ganz einfach nur dadurch, dass das Kraftwerk klein genug ist, um dort die Energie zu erzeugen, wo sie auch gebraucht wird. Und: Je kleiner ein Kraftwerk ist, desto schneller kann es reguliert werden.

Unentbehrlich in allen Phasen der Energiewende

Aber Blockheizkraftwerke sparen nicht nur Ressourcen und verschonen die Umwelt von CO2 und anderen Emissionen der Kohlekraft, sie sind ein unentbehrlicher Schlüssel in allen Phasen der Energiewende.

Kurzfristig: Effizienz

Sofort, mit der ersten kWh, die ein Blockheizkraftwerk erzeugt, spart es Ressourcen und schont es die Umwelt durch die Energieerzeugung am Ort der Energienutzung.

Mittelfristig: Regelenergie

Dringend notwendig sind regelbare Energieerzeuger. Wetterabhängige Erneuerbare Energien erzeugen starke Lastschwankungen im Netz. Da das Stromnetz keinen Puffer hat, muss immer genausoviel Energie abgenommen werden, wie gerade erzeugt wird und umgekehrt. Sobald die Sonne untergeht oder trübes Wetter ist, wenn der Wind in Böen große Veränderungen bei der Stromerzeugung macht, aber auch durch die Nutzergewohnheiten, die landesweit ähnlich sind, so dass sie über den Tag typische Verbrauchsstrukturen aufweisen, für solche Veränderungen muss es ein bestimmtes Kontingent an regelbaren Stromerzeugern geben, die zu- und abgeschaltet werden können.

Blockheizkraftwerke werden daher immer zusammen mit einem Pufferspeicher installiert. Im Pufferspeicher kann heißes Wasser vorgehalten werden, das für etwa zwei Stunden für die Beheizung des Gebäudes ausreicht. Damit wird die Stromerzeugung von der Wärmeerzeugung zeitlich ein wenig entkoppelt. Jetzt kann man das BHKW dann anwerfen, wenn Strom benötigt wird, auch wenn gerade kein warmes Wasser gebraucht wird. Die bei der Stromerzeugung entstehende Wärme wird einfach im Pufferspeicher zwischengespeichert. Es bedarf natürlich intelligenter Steuerungstechnik und der entsprechenden Zähler, um den BHKW-Betrieb am Strombedarf zu orientieren. Diese Technik gibt es schon, aber sie wird noch nicht standardmäßig eingesetzt. Mittelfristig ist das aber ein wichtiger Beitrag für ein auf Erneuerbaren Energien basierendes Stromsystem.

Langfristig: Saisonale Speicher

Ausschließlich die vorhandenen Erdgasspeicher und das Gasnetz sind groß genug um Energie aus Sonne und Wind mit der Power-to-Gas-Technologie saisonal zu speichern (www.powertogas.info). Blockheizkraftwerke machen am anderen Ende wieder Strom und auch Wärme aus der im Gas gespeicherten regenerativen Energie. Damit schließt sich der Kreis. Nicht verlustfrei natürlich. Aber so kann Energie in ausreichendem Maße gespeichert werden und die Solar- und Wind-Anlagen müssen bei Überproduktion mit zunehmendem Ausbau dieser Technologie immer seltener abgeschaltet werden. Zur Erinnerung: Kohlekraftwerke haben nicht nur 60% Verlust, dieser Verlust wirkt sich massiv auf Ressourcen, Umwelt und Klima aus. Die Technik, die bei Power-to-Gas eingesetzt ist, ist nicht neu, gibt es aber ebenfalls erst in sehr kleinem Umfang und auch noch nicht kostendeckend.

Langfristig, wenn unser Energiesystem auf Erneuerbare Energien umgestellt ist, kommen die drei Vorteile zusammen: Blockheizkraftwerke stellen effizient Regelenergie zur Verfügung und ermöglichen es, die im Sommer gespeicherte Energie im Winter zu nutzen.

Die solargeno fördert den Einbau von BHKWs, indem sie den Bau der Anlagen übernimmt und den Betrieb als Dienstleistung anbietet. Eigentümer und Verwaltungen entlastet sie damit in Aufwand und Risiko. Gerade bei Eigentümergemeinschaften kann so eine Einigung für diesen wichtigen Schritt hin zu einer ökonomisch und ökologisch sinnvollen Energieversorgung des Gebäudes schneller herbeigeführt werden.

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Blockheizkraftwerk in  Gundelfingen

Am 16. Dezember 2013 konnten wir unser erstes BHKW einweihen. Es steht in einem Wohngebäude einer Wohnungseigentümergemeinschaft mit 45 Parteien. Durch die Initiative der Verwaltungsbeiräte konnte in einer Eigentümerversammlung der Beschluss herbeigeführt werden, dass die alte Ölheizung durch eine Kombination aus einem Blockheizkraftwerk und einem Brennwertkessel ersetzt werden soll. Dabei sollte die Investition für das BHKW und die Verwaltung von Planung, Bau und Betrieb auf die Solar-Bürger-Genossenschaft übertragen werden.

Aktuelle Daten der Anlage online auf  webgate.kwk.info

Bild 1 - BHKW in Gundelfingen
Bild 2 - BHKW in Gundelfingen
Bild 3 - BHKW in Gundelfingen
Bild 4 - BHKW in Gundelfingen