Solar-Bürger-Genossenschaft die unabhängige Freiburger Energie-Genossenschaft

Von Wäsche und Konventionen

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2016-02)

Weniger waschen

Einer der größten Energiefresser im Haushalt ist der Wäschetrockner. Aber spart er wirklich so viel Zeit? Natürlich ist das auch abhängig von Art und Menge der aufkommenden Wäsche. Beginnen wir also hier: Warum landet eine Hose oder ein Oberhemd manchmal schon nach einem bis zwei Tagen in der Wäsche, selbst wenn sie weder verschmutzt noch verschwitzt sind? Aber sie haben vielleicht ausgebeulte Knie und Ellenbogen, sind an anderen Stellen verdrückt und voller Falten, vielleicht auch ausgeleiert und sitzen nicht mehr gut, als wären sie schon tagelang getragen worden. Hier hilft es, die Klamotten abends mit der kalten Dusche leicht anzusprühen. Bis zum nächsten Morgen ziehen sich die meisten Stoffe wieder glatt und sehen aus wie neu. Was länger trocknet oder mal durchgelüftet werden muss, wird einfach im Wechsel mit einer zweiten Garnitur getragen. Auch was schon nach dem ersten Tag etwas verschwitzt ist, lässt sich bei vielen Stoffen einfach kalt ausspülen. So kann man es mehrere Tage tragen, auch wenn man in einem Büro arbeitet, wo es eher adrett zugeht. Ist ein Malheur passiert und auf einem frischen T-Shirt ein Fleck gelandet, dann ist dies schnell mit etwas Gallseife behoben und ausgespült und am nächsten Morgen schon wieder tragbar. Sogar Sportklamotten sind je nach Verschwitzungsgrad mit einem kurzen Kaltwasserbad ausreichend aufgefrischt und trocknen wegen ihrer Machart schnell wieder. Mit kleinen Umgewöhnungen dieser Art haben wir sehr einfach die eine oder andere Wäsche eingespart. Das schont auch die Kleidung! Gleichzeitig haben wir den Bügelaufwand wesentlich reduziert.

Bügelfrei fürs Klima

Ja, es gibt Leute, die bügeln noch. Hier ist doch dringend mal ein Kulturwandel in manchen Bürohäusern angesagt. Tatsächlich gibt es zum Beispiel bei Banken und Versicherungen die Konvention, dass alle MitarbeiterInnen in Hemd und Anzug zur Arbeit erscheinen – obwohl die allermeisten keinen Kundenkontakt haben. Wie wäre es, hier auf einen etwas legereren und damit bügelfreien Dresscode umzuschwenken? Wer damit beginnt, kann sich ja einen Button anstecken und damit auch die KollegInnen zum Umdenken bewegen: „Bügelfrei fürs Klima!“. buegelnneindanke

T-Shirts und Hemden werden dann mit einem Glättegrad anerkannt, der durch feucht Aufhängen erreichbar ist. Vieles zieht sich auch beim Tragen glatt. Zugegeben: Für diejenigen, die aus Leidenschaft bügeln, wird‘s hart.

Zeit- und platzoptimiert waschen

Wenn nun aber doch mal eine Wäsche anfällt, hängen wir so viel wie möglich auf Bügel, zupfen den Stoff diagonal zur Struktur ein wenig glatt und hängen die Sachen nach dem Trocknen einfach mit dem Bügel in den Schrank. Die Höhe des Wäscheständers nutzen wir optimal aus, damit alles möglichst guten Luftkontakt hat. Leider gibt es bei uns kaum überdachte Wäscheleinen im Freien oder große Trockenräume in Mehrfamilienhäusern. In Südbaden regnet es aber so wenig, dass viele Sachen im Sommer in einer bis zwei Stunden trocken sind und an schönen Wintertagen mit Sonne und Wind in einem Tag. Auch Wäscheleinen über der Badewanne haben sich bewährt. Beim Trocknen in der Wohnung muss im Winter besonders gut auf systematisches Lüften geachtet werden.

Die Wäsche würde 30°C wählen

Das Warmwasser beim Waschen wird in der Regel elektrisch erzeugt und damit bei unserem heutigen Stromsystem mit fast dreifach so hohem Ressourcen- und CO2-Aufwand wie nötig. Durch Reduktion des Stromverbrauchs können wir dazu beitragen, dass Kohlekraftwerke immer überflüssiger werden. Stromsparen hilft also auch, wenn wir schon Ökostrombezieher sind. Darum ist es gut, wenn wir die Waschmaschine ans Warmwasser anschließen können und dieses nicht elektrisch erzeugt wird. Wie das geht, ist unter Energieverbraucher.de beschrieben:
http://www.energieverbraucher.de/de/waschmaschinen-ans-warmwasser__1662/

Auch niedrige Waschtemperaturen schonen deutlich die Kleidung und lassen ihre Farben länger brillant erscheinen. Ist die Wäsche nach dem Waschen oft muffig, sollte man die Wasserrückstände in den Gummilippen der Tür nach dem Waschen immer entfernen und das Fusselsieb überprüfen, außerdem die Wäsche nicht zu lange nach dem Waschen in der Maschine und die unbenutzte Maschine offen lassen. Gelegentliches Durchspülen der Maschine im Kochwäschemodus kann erforderlich werden, wenn man fast nur bei 30°C wäscht.