Solar-Bürger-Genossenschaft die unabhängige Freiburger Energie-Genossenschaft

Watt und Byte - Elektronik effizient nutzen

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2016-01)

Die digitale Kommunikation bietet jede Menge Chancen, Energie zu sparen. Wöchentlich zwei Tage im Homeoffice, Seminare online besuchen und öfter mal eine Videokonferenz, statt rastlos um die Welt zu jetten, schont nicht nur das Klima.

Allzeit bereit?

Doch viele Geräte stehen laufend unter Strom. Oft hilft nur: den Stecker ziehen oder eine abschaltbare Steckerleiste nutzen. Letztere bietet zusätzlich den Vorteil, dass wir mit einem Schalter alle Geräte gleichzeitig abschalten, die nur gemeinsam genutzt werden. Für die Pause können Notebooks und manche Computer in den Ruhezustand (Hibernate-Modus) versetzt werden. Damit speichern sie die letzten Einstellungen und brauchen - im Gegensatz zum Standby-Modus – trotzdem keinen Strom mehr (unter Systemsteuerung - Energieoptionen den Ruhezustand aktivieren).

Zeit ist Strom - ist CO2

Klar: je länger ein Gerät läuft, desto mehr Strom verbraucht es. Im Standby verbrauchen viele Geräte nur 1 Watt, andere, wie Router, aber auch bis zu 20 Watt. Werden sie nie vom Strom getrennt, muss man sie mit der Jahresstundenzahl von 8.760 multiplizieren, um auf den Verbrauch zu kommen: zwischen 8,76 und 175 kWh oder mehr verbrauchen also einzelne Geräte im Jahr - selbst die, die wir nur selten nutzen. Zwei Computer, eine Kaffeemaschine, ein Fernseher, ein Router und die Telefonstation zusammen können also schon eine jährliche Grundbelastung von 500 kWh bzw. 300 kg CO2 bedeuten.
Aber brauchen wir PC, Bildschirm, Drucker und LAN-Verteiler, wenn wir schlafen, essen oder unterwegs sind?

Digitaler Postbote

Das Lieblingsvideo ist schnell angeklickt und in sozialen Medien geteilt. Jeder Teilnehmer empfängt es, ob er will oder nicht. An den E-Mail-Verteiler senden wir eine Weihnachtspostkarte und gleich noch eine Datei mit aktuellen Infos.
Jedes Byte, das wir versenden oder herunterladen, muss auch transportiert werden. Eine Verlinkung auf eine online verfügbare Datei bietet den Empfängern denselben Service, aber wer sie nicht anklickt, dem wird sie auch nicht zugestellt. Dafür gibt es Dienste wie Filelink oder YouSendIt. Grundsätzlich will Datei-Up- und -Download sowie Dateiversand gut überlegt sein. Muss das Bild die hohe Auflösung haben? Kostenlose Bildbearbeitungsprogramme wie IrfanView helfen, mit wenigen Klicks die Auflösung zu verringern. Muss ich mein Lieblings-Video immer wieder online schauen, oder lade ich es mir lieber mal herunter? Mit kostenlosen Video-Download-Programmen geht das sehr einfach.

Grünes Hosting: auf Nachhaltigkeit achten

Rechenzentren laufen rund um die Uhr, müssen gekühlt werden und stellen zu jeder Tages- und Nachtzeit ihre Leistung zur Verfügung. Dafür ist laufend eine Stromversorgung in der Größenordnung von drei Atomkraftwerken allein in Deutschland erforderlich. Immer mehr Internetprovider optimieren ihre Rechenzentren durch virtuelle Server, Nutzung der Abwärme, Bezug von Strom aus Erneuerbaren Energien und Spenden für Aufforstungsprojekte. Sie erstellen Nachhaltigkeitsberichte, in denen die Maßnahmen nachgelesen werden können.

Vielfraß Betriebssystem

Welche Software ist die richtige für mich? Das geht schon beim Betriebssystem los. Systeme, die Funktionen bereithalten, die wir nie nutzen, benötigen mehr Leistung und Arbeitsspeicher und zwingen uns zur Hardwareaufrüstung, lange bevor die bessere Effizienz neuer Geräte den Ressourcen- und Energieverbrauch ihrer Herstellung kompensieren kann. Auch das bestehende System verträgt hin und wieder eine Schlankheitskur. Unnötige Prozesse im Hintergrund ziehen zusätzlich Leistung und verlangsamen die Arbeit. Kostenlose Programme wie CCleaner, identifizieren solche Prozesse und machen schnell wieder klar Schiff. Die Voreinstellungen wollen jedoch gut geprüft sein: das Programm bietet auch eine Komplettlöschung des Datenträgers an.

Analog ist Trumpf

Es geht auch ganz ohne Strom: Uhren, Wetterstationen oder Waagen müssen nicht digital sein. Mechanische Geräte fallen nicht aus und vermeiden Elektroschrott. Da sie lange haltbar sind, kann man sie getrost gebraucht kaufen.

Weitere Infos:
http://ecotrinova.de/downloads/151121_Sondermann_Vortrag_web.pdf

http://www.oeko.de/fileadmin/e-paper/2014/ecoatwork_04_2014.pdf