Solar-Bürger-Genossenschaft die unabhängige Freiburger Energie-Genossenschaft

Wenn‘s heiß wird

(Erstveröffentlichung: SolarRegion 2016-03)

Wenn‘s heiß wird, werden wir kreativ. Wir füllen Sprühflaschen mit Wasser, um uns jederzeit erfrischen zu können, laufen mit nassen Haaren rum, legen uns ein feuchtes Tuch in den Nacken, füllen die Gummistiefel mit Wasser, in die wir die Hosenbeine stecken, um die Waden zu kühlen. Wenn wir Zeit haben oder ortsunabhängig arbeiten können, setzen wir uns in die Dreisam oder unter einen Baum oder fahren mit Pedelec und Bahn in die angenehmeren umliegenden Wälder und Berge.

Keine Chance im ungedämmten Dachgeschoss

Im Büro zerbrechen wir uns den Kopf, ob wir lieber ein bisschen Luftbewegung haben und die warme Luft von draußen rein lassen oder in der (zumindest im ungedämmten Dachgeschoss) letztlich doch ebenso warmen aber stickigen Büroluft überdauern. Mit dem Thermometer prüfen wir die Wirkung der Varianten und stellen fest, dass es da doch eher auf das persönliche Empfinden ankommt. Gleichermaßen schwierig die Entscheidung zwischen Sonnen- und Neonlicht, wenn Verschattung zur Wahl steht. Befindet sich die Verschattung außerhalb des Fensters, sei es durch Rollladen, Sonnenschirm oder Markise, dann bringt die Kombination Verschattung plus geschlossenes Fenster tags und offene Fenster nachts (dann mit geöffnetem Rollladen, damit was reinkommt) sehr viel in Bezug auf die Klimatisierung, sofern dem nicht sicherheitstechnische Überlegungen im Wege stehen. Ist dann tagsüber tatsächlich etwas Beleuchtung erforderlich und diese durch LEDs gelöst, so ist diese Lösung einer Ventilation oder elektrischen Klimatisierung dennoch weit überlegen. Entscheiden wir uns doch für den Ventilator, nehmen wir uns wieder mal vor, ihn an ein kleines mobiles Solarpanel anzuschließen, das wir noch vom Campingurlaub im Keller haben. Insbesondere im kühlen Keller sollten übrigens die Fenster an heißen Tagen tagsüber geschlossen bleiben: Die warme Luft von draußen bringt mehr Feuchtigkeit mit sich, als die kühlere Kellerluft aufnehmen kann. Gleichzeitig erhalten wir uns so einen kühlen Rückzugsort.

Grillen, Urlaub, Sommerfrische

Wenn andere grillen, packen wir den Solarkocher aus und hoffen auf Sonne. Bleibt die aus, kann ein geschlossener Gasgrill die Freude am Grillen effizient und schadstoffarm erhöhen. Das Schöne am gemeinsamen Grillen ist ja immerhin, dass das Equipment im Freundeskreis nur einmal vorhanden sein muss. Aber auch das, was auf dem Grill liegt, kann das Klima schonen – von leckeren Gemüsespießen über Tofuwürstchen und gefüllte Champignons sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Ansonsten essen wir jetzt sowieso viel lieber Salate und andere kalte Gerichte.

Zuhause ist der Wäschetrockner nun endgültig überflüssig, auf der Leine geht‘s im Sommer sogar schneller als mit Strom. Das erlaubt uns umso mehr, die durchgeschwitzten Shirts bei Bedarf kalt auszuspülen und trocknen zu lassen, so dass wir sie am nächsten Tag wieder anziehen können.

Während des Urlaubs schalten wir den Kühlschrank aus. Ein paar Kleinigkeiten überdauern bei Freunden oder Nachbarn. Ist nur ein Teil der Familie ausgeflogen, füllen wir den überflüssigen Kühlraum mit Zeitung, einem Topf mit Wasser oder leeren Tupperdosen, so dass möglichst wenig neue Luft nach jedem Öffnen gekühlt werden muss. Gut organisiert benötigen wir nur minimale Öffnungszeiten für die Kühlschranktür. Natürlich prüfen wir bei längerer Abwesenheit besonders genau, ob alle Standby-Geräte vom Strom getrennt sind.

Sommercheck fürs Fahrrad

Faszinierend ist immer wieder der Heizeffekt im besonnten Auto. Bevor eine Klimaanlage dagegen ankämpfen muss, suchen wir doch lieber Alternativen.

Die Fortbewegung per Fahrrad kann im Sommer dem einen oder der anderen allerdings zur Quälerei werden. Umso wichtiger, alle Maßnahmen zu ergreifen, die das Rad leichtgängig machen. Die drei einfachsten und effizientesten sind die perfekte Sattelhöhe, so dass das Bein durchgestreckt werden kann, eine gut geölte Kette sowie die je nach Reifendicke zwischen drei und fünf bar prallen Reifen (je dicker der Reifen, desto geringer der Druck).